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Mode & Kleidung

Christian Dior's "New Look" von 1947 prägte die Damenmode der Fifties. Weit geschnitten an der Hüfte und Brust, enge Taille, ist was diesen femininen, kurvigen Stil ausmachte. Männerbekleidung basierte fast ausschliesslich auf dem klassischen 3-Teiler: Hose, Hemd und Jacket. Es gab Variationen für formale und bequeme Gelegenheiten, die sich jedoch von Saison zu Saison wenig veränderten. Einge eigentliche Jugendmode gab es nicht weil es ausser den Läden, ind denen die Eltern einkaufen gingen, keine anderen gab. Rebellion lag daher im Detail. Enge Hosen, das Haar wie Elvis gekämmt und geölt, eine auffallende Kravatte oder irgend ein spezieller Gegenstand tragend waren die einzigen Möglichkeiten, anders als die ältere Generation auszusehen. Ein Beispiel von 50's Rebellion waren die Teddy Boys, welche es schafften, mit ordentlichen traditionellen Kleider ein unverwechselbares Aussehen zu erlangen.

Gegen 1960 waren die Modestile sehr kontstant. Grosse Geschäfte hatten einen Shop in jeder Stadt und verkauften billige und praktische Kleidung, welche an die Einfachheit während des Krieges erinnerten. Die Kleider waren überhaupt nicht aufregend. Die modebewusste Jugend war jedoch bereit, von ihrem steigenden Einkommen Gebrauch zu machen. Arbeitslosigkeit war auf einem Tiefpunkt angelangt, die Welt veränderte sich rasant, und Einflüsse aus dem Pop- und Filmbusiness wuchsen.

Mary Quant eröffnete ihre erste Boutique 1955. Sie entschied, die grossen Modehäuser aus Paris zu ignorieren, ihre Ideen von den Strassen zu holen und ihre Designs direkt zu verkaufen. Es war diese Methode, die eine Moderevolution in den Sixties hervorrief. Auf dieser Welle reitend, schossen hunderte von Boutiquen aus London's Soho Quartier - geführt von jungen und talentierten Designern wie Mary Quant oder Barbara Hulanicki von Biba fame. Ihr Erfolg erzielten sie, indem sie ein limitiertes, koordiniertes Angebot von exklusiven Designs für die Jugendlichen bereit hielten, und das zu vernünftigen Preisen.

Männermode basierte bis anhin auf traditionellen Designs. Eine kleine Gruppe von modebesessenen jungen Männern aus London entschied, anders auszusehen und orientierten sich an der italienischen Mode. Diese als "Modernists" oder "Mods" bekannte Gruppe zeigte, dass man schick aussehen und dennoch von der Masse abgehoben sein kann. Enganliegende Mohair-Anzüge und Hemden waren populär, sowie auch Sportkleidung für den Alltag (vorallem Polo-Shirts wie das von Fred Perry). Bands wie The Who oder The Small Faces adoptierten die Mod Fashion oder waren selbst Mods und trugen den Stil in unerreichte Horizonte. Ihr Aussehen war "mod" und illustrierte zugleich den wachsenden Einfluss der Boutique-Kultur.

twiggyMüsste man eine Stelle auf unserem Globus angeben, wo sich das ganze Feeling dieser Zeit um 1964-1967 konzentrierte, wäre das sicherlich Carnaby Street, eine Strasse in London's Soho Quartier, mit all seinen Top-Boutiquen, Plattenläden und Plattenfirmen wie Track Records. Einen grossen Teil trugen die ansässigen "In"-Shops mit obskuren Namen wie "I Was Lord Kitchener's Valet" und "Grannie Takes A Trip" dazu bei. Dieses Muster wurde überall kopiert und führte zu einer Periode voller Farben und Eleganz.

opartDIe Sixties waren ein experimentierfreudiges Jahrzehnt. Die Modeschöpfer experimentierten mit verschiedenen Materialien wie PVC, synthetischen und elastischen Fabrikaten und sogar Papier. Materialien für besondere Anlässe wie Satin und Samt wurden von nun an für die Alltagskleidung verwendet. Pop Art und geometrische Formen haben ihren Weg auf die Kleidung gefunden, und spätere 60's Damendesigns waren manchmal sogar durchsichtig. Mit der Zeit wurden auch die Haare der Männer länger, Muster und grelle Farben wurden "in", und gegen Ende des Jahrzehnts trugen die Männer Seide, Satin, Samt mit Räusche und Spitzen.

entwistleMit Mode ist nie nur die Bekleidung gemeint; auch das Verhalten und das persönliche Auftreten gehört dazu. Bis 1967 reflektierte die Mode eine Zeit der Selbsterkennung der Jugendlichen; spassig, aussergewöhnlich und farbig. Der Minirock löste heftige Reaktionen in gewissen Teilen der Gesellschaft aus, so wie dies die immer länger werdenden Haare der Männer taten. Nun begann die Mode die soziale Kluft zwischen Jung und Alt zu reflektieren. Zuerst die Verweigerung von "genormter" und akzeptabler Kleidung, dann die Verweigerung der Mode selbst.

Die Anti-Mode Einstellung der Hippie-Bewegung, der Weggang vom Materialismus Richtung alternativem Lifestyle, das breite Interesse an östlichen Religionen, Meditation und ethnische Kommunen, sie alle hatten einen Einfluss auf die Mode. Die Leute begannen ihren eigenen Stil zu entwickeln, indem sie secondhand Läden durchstöberten und in der Vergangenheit nach Ideen suchten. Die Mode, die sich Ende 60's entwickelte, war eine Mischung von Einflüssen aus verschiedenen Quellen, die irgendwie ins Zeitbild passten. Drogen spielten auch eine grosse Rolle, allen voran LSD, welches zur bewusstseinserweiterung und zur Öffnung neuer Möglichkeiten in grossen Mengen konsumiert wurde. Als ein deftiges Halluzinogen verstärkt sebastianund stört LSD die Sinneswahrnehmung, kreiert lebhafte Farben und Muster im Geist, welche schliesslich ihren Weg auf die grafische Kunst, Musik und Mode in Form von Psychedelia fanden.

Die Modewelt hatte inzwischen gelernt, die Ideen auf der Strasse aufzulesen, und so kam bald der Hippie-Look auf den Laufsteg. Anti-Mode wurde zu Haute Couture und das alte Image vom Hippy in verwaschenen Jeans, T-Shirt und Sandalen wurde duch den farbenreichen Dandy mit Räuschenhemd und samtenen Trompetenhosen oder der Zigeunerfrau mit ethnisch entworfenen Kleider von Christian Dior ersetzt.

Die wilde Experimentiererei dauerte jedenfalls nicht lange. Die Farben wurden gedämpfter und starke Musterungen verschwanden. Ein Unisex Look beginnt sich zu etablieren, doch das bedeutete grundsätzlich Jeans, Grossvater-Hemden und Afghanenpullover, statt einen Anzug zu tragen. Das kam überhaupt nicht an, obwohl Mick Jagger an einem Gratis-Konzert im Hyde Park 1968 einen getragen hat. Ein einfacher und natürlicher Stil wuchs heran, mit einer Rückkehr zu erdigen Farben und natürlichen Materialien wie Jeans und Wildleder. Alle Exzesse wurden ins Detail investiert. Die Hemdkrägen wurden grösser und länger, die Schuhsohle höher, die Hose noch weiter auseinander vom Knie weg, und hiermit wären wir bereits bei den Siebzigern angelangt.

Eine grossartige Abhandlung der Mode in den 60s ist unter folgendem Link zu finden:
www.nixschwimmer.de/htmls/mode60.htm

 

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