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Pye
pyeWlliam George Pye begann sich 1896 mit dem Bau von wissenschaftlichen Instrumenten zu befassen. Die Firma Pye of Cambridge wurde mit der Herstellung von Fernseh- und Radiogeräten bekannt.
Alan Freeman, ein DJ aus Tasmanien der nach England gezogen war, baute 1949 ein Independent-Label namens Polygon Records auf. Mit der Teenagerin Petula Clark und dem Balladen-Sänger Johnny Brandon hatte Polygon zwei Artisten unter Vertrag, die ein paar Chart-Erfolge buchen konnten. Ein paar Jahre später startete der nach England ausgewanderte Neuseeländische Geschäftsmann Hilton Nixon sein Record-Label Nixa. Nach ein paar missglückten Geschäften tat er sich mit Alan Freeman zusammen und ersuchten Pye of Cambridge, ihnen bei der Distribution ihrer Platten behilflich zu sein. 1955 kaufte Pye of Cambridge einen 50%-Anteil an beiden Labels und wechselte Polygon's Künstler zu Nixa, welches daraufhin Pye Nixa hiess. Der erste Künstler, der unter dem neuen Label einen Nummer 1 Hit landete, war der Skiffle Komiker Lonnie Donegan mit dem Lied "Rock Island Line". Er wurde zu einem Vorbild für viele englische Musiker, darunter auch Lennon und McCartney. Er war auch einer der wenigen britischen Musiker, die es in den Fünfzigern in den USA unter die Top 10 schaffte.
Pye war nicht langsam, wenn es darum ging, neue Trends zu entdecken. So wurde bald das Sub-Label Pye International gegründet, um Aufnahmen von amerikanischen Indie-Labels (die grossen Labels in den USA wie CBS, RCA Victor oder Capitol waren sich sicher, dass Rock'n'Roll nur ein kurz aufflammendlonniedoneganes, nicht ernst zu nehmendes Phänomen war) in England zu veröffentlichen. So kauften sie sich die Rechte an Aufnahmen von Vanguard, A&M, Colpix und King Records und brachten somit Musiker wie James Brown, Dionne Warwick und Chris Montez an die britische Öffentlichkeit.
Wie Decca, Philips, Columbia und HMV machte auch Pye den Fehler, die Beatles abzulehnen. Dafür nahmen sie eine andere Merseybeat Band aus Liverpool unter Vertrag: Die Searchers hatten 1963 mit "Sweets For My Sweet" einen Nummer 1 Hit. Mit einem neuen Marketing-Team machte sich Pye dran, neue britische Talente zu finden. Bald sollten Jackie Trent, The Kinks, Sandie Shaw und die frühen Status Quo.
In der Zwischenzeit änderten sich die Besitzer des Labels. 1959 wurde die Hälfte des Unternehmens an das ATV Network verkauft. 1966 verkaufte ihnen Pye Electrical der restliche Anteil, obwohl sie sich immer noch um die Distribution kümmerten.
Die grossen Momente von Pye waren, als es als erstes britisches Label zum ersten Mal schaffsandieshawte, mit Lonnie Donegan's Single "My Old Man's A Dustman" auf Platz 1 in die Charts einzusteigen. Ausserdem veröffentlichten sie als erstes britisches Label Stereo-Aufnahmen. Pye wirkte mit ihrem Sub-Label Marble Arch auch am Musik-Markt für Klassik mit und brachten unter diesem Label auch preisgünstigere Aufnahmen von Pop Künstlern heraus. Was Pye jedoch nicht schaffte, war ein genug grosses Netz an Filialen im Ausland - vor allem in den USA, aufzubauen. Pye hatte anfangs der Sechziger Jahre eine Filiale in Australien, die jedoch bald wieder geschlossen wurde. In Frankreich hatten sie Vogue Records als Partner und in Amerika lizenzierten sie ihre Musiker an Warner Bros. und Reprise. Hätte das Label sein eigenes Distributions-Netzwerk im Ausland aufgebaut, gäbe es Pye noch. Nach weiteren Besitz- und Namenwechsel (PRT, Precision Records & Tapes) wurde 1988 das Unternehmen offiziell aufgelöst.
 

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